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Bewegendes Gedenken an die Opfer der NS-Zeit

Kurz vor Beginn ist die Stimmung gelöst. Smalltalk im Publikum, Schüler kichern. Alles wie bei an-deren Veranstaltungen. Doch dann ist nichts mehr wie sonst.

Die beiden Gedenkfeiern im Saalbau zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus gehen unter die Haut. Das Grauen ist so präsent im Raum, als von den sadistischen Experimenten des KZ-Arztes Josef Mengele an Kindern die Rede ist, dass nicht wenigen Tränen in den Augen stehen. Wie auch bei der Schilderung des Schick-sals des tapferen Hamburger Widerstandskämpfers Helmuth Hübener, der den Nazis bis zuletzt unerschrocken die Stirn bot – bis zu seiner Enthauptung mit nur 17 Jahren.

Jugendliche aller weiterführenden Elmshorner Schulen arbeiteten auch in diesem Jahr in szenischen Darstellungen und musikalischen Sequenzen Teile des dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte auf. Ein starker Beitrag zum offiziellen bundesdeutschen Gedenktag anlässlich der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945.

Den Gedenktag hatte der kürzlich verstorbene frühere Bundeskanzler Roman Herzog ins Leben gerufen. Auch an ihn wurde im Saalbau erinnert. Getragen werden die Veranstaltungen „Gegen das Vergessen“ von der Stadt in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft „Stolper-steine für Elmshorn“. Künstlerisch beraten wurden die Schüler auch diesmal von Kulturpreisträgerin Anna Ha-entjens und vielen Lehrkräften. Darunter Matthias Wichmann von der Bismarckschule, der bemerkenswerte eigene Stücke komponierte.

Herausragend auch der Auftritt von KGSE-Schülerin Vanessa Müller, die nicht nur Mengeles Verbrechen schilderte, sondern auch das Lied „Schwester schau“ in Erinnerung an das Auschwitz-Grauen berührend sang. Gedacht wurde im Saal-bau zudem der Elmshorner Widerstandskämpfer. Diese von Schülern gestalteten Ge-denkfeiern sind einzigartig im Land.

Aus den HN vom 1.2.17

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