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Sie fördern schwierige Schüler

Schulentwicklungstag - Die Lehrer der Bismarckschule haben sich mit der Lösung von Problemen im Schulalltag befasst

Am Donnerstag hatten die Schüler der Bismarckschule frei und die Lehrer mussten die Schulbank drücken. Das Thema lautete im schönsten Beamtendeutsch „Umgang mit sozial heterogenen Schülerinnen und Schülern“. Aber das Thema, das sich dahinter versteckt und das sich die Lehrer für einen ihrer beiden Schulentwicklungstage ausgesucht haben, ist brisant. Auch wenn niemand so richtig von „schwierigen Schülern“ sprechen möchte – es geht genau darum.

Auch am Gymnasium gibt es heutzutage Schüler mit Suchtproblemen oder Ängsten, mit traumatischen Erlebnissen oder einer Hochbegabung, die sie vom Lernen abhalten, dazu führen, dass sie den Unterricht stören oder langweilen. „Wir wollen nicht so tun, als wäre das nur ein Thema für Gemeinschaftsschulen“, sagt Lehrerin Petra BartelSchabram, die den Tag mitorganisiert hat. „Und man kann es auch nicht damit abtun, dass früher die Schüler einfach respektvoller gewesen wären als heute.“

Ein Achtklässler, der bei einer Mathearbeit ausrastet, ein hochbegabter Schüler, der sich aus Langeweile nicht mehr am Unterricht beteiligt – früher wären solche Schüler schnell vom Gymnasium geflogen. Ohne, dass sich jemand mit den Ursachen auseinandergesetzt hätte. Dazu kommt der Wegfall der Schulempfehlung. Denn dadurch sind auch Schüler auf dem Gymnasium, die vom Lernstoff und der Lerngeschwindigkeit überfordert sind. So verschieden die Ursachen für „sozial heterogene Schüler“ auch sind, so unterschiedlich sind die Lösungsansätze. Der freie Berater Wilfried Fuchs, der den Auftaktvortrag am Donnerstag hielt, rät erst einmal dazu, die Unterschiedlichkeit als Normal zu akzeptieren.

Erst dann könne man sich mit jedem einzelnen Fall befassen. „Wir sind Psychologen, an der Ursache eines Problems können wir nichts ändern“, sagt Petra BartelSchabram. „Aber wir können versuchen, die Ursachen zu verstehen und lösungsorientiert an jeden einzelnen Fall herangehen und erarbeiten, wie man am besten damit umgeht.“ Dabei sei der Austausch innerhalb des Kollegiums eine ganz wichtige Möglichkeit. Kleingruppen, die sich in einem geschützten Raum regelmäßig über konkrete Fälle austauschen oder kollegiale Fallberatung könnten ebenso helfen, wie zu lernen, mit schwierigen Elterngesprächen richtig umzugehen.

Ist das Problem erkannt, können die Pädagogen nach Lösungen suchen – zum Beispiel indem sie das hochbegabte Kind durch Extraaufgaben und Arbeitsgruppen am Nachmittag gezielt fördern oder mit dem durch eine Trennung traumatisierten Schüler sprechen und das Gespräch mit den Eltern suchen. „Auch die Schulpsychologen aus dem Kreis Pinneberg und unsere Schulsozialpädagogin haben Workshops angeboten“, sagt Lehrer Mitorganisator Lasse Fankhämel. „Zum Beispiel über den Umgang mit Ängsten oder über gewaltfreie Kommunikation.“

Am Schulentwicklungstag haben alle 86 Lehrer der Bismarckschule teilgenommen.

Cornelia Sprenger in den Elmshorner Nachrichten vom 25. März 2017

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