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Schulentwicklungstag am 9. Februar 2016

Umgang mit Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund
Nicht erst seit dem Anstieg der Flüchtlingszahlen in Deutschland machen wir als Schule uns zunehmend Gedanken darüber, wie wir Schülerinnen und Schülern, die mehrsprachig aufwachsen, in unserem Schulleben und im Unterricht besser gerecht werden können. In unserer Neufassung des Schulprogramms aus dem Jahr 2013 haben wir uns genau dies vorgenommen. Mit nunmehr über 800 Migranten in Elmshorn und der Einrichtung einer DaZ-Klasse im Oktober 2015 an der Bismarckschule (Deutsch als Zweitsprache) hat sich die Schulleitung entschieden, einen Schulentwicklungstag durchzuführen, in dem die Information über die aktuelle Situation von Flüchtlingen in Elmshorn sowie Anregungen für den professionellerem Umgang mit mehr sprachlicher und kultureller Vielfalt in der Schülerschaft im Vordergrund standen.

Zum Auftakt des Tages berichtete Frau Thiel, die Vorsitzende des Willkommensteams, über ihre Arbeit mit Flüchtlingen. Das Angebot der freiwilligen Helfer reicht von der Hilfe bei Behördengängen über die Ausstattung von Migranten mit Fahrrädern, der Hilfe bei der Bewältigung des Alltags in einem völlig fremdem Land bis hin zu gemeinsamer Freizeitgestaltung, je nach Bedarf. Die derzeit 80 aktiven Helferinnen und Helfer freuen sich über neue interessierte Helfer, und wer mag, kann unverbindlich bei den Treffen vorbeischauen oder im neu einzurichtenden Flüchtlingscafe mitwirken.

Unsere DaZ-Lehrerin Frau Förster machte uns allen die Herausforderungen des Unterrichtens in einer Klasse mit 16 Schülerinnen und Schülern zwischen 12 und 16 Jahren aus verschiedenen Ländern wie Syrien, Afghanistan und Bolivien, ohne eine gemeinsame Sprache zu haben, deutlich. Ein von der Mittel- und Orientierungsstufenleitung initiiertes Patensystem hat sich bewährt, und es sollen künftig mehr Möglichkeiten der Begegnung und der Integration in den Regelunterricht geschaffen werden.

Der Stadtrat Herr Moritz veranschaulichte die aktuelle Situation der Flüchtlinge in Elmshorn und machte die Prioritäten der Stadt Elmshorn bei der Unterbringung – nach Möglichkeit dezentral – und die Haltung der Stadt Elmshorn deutlich: Es gehe um einen humanitären Umgang mit den neu Zugewanderten. Die Stadt sei sich bewusst, dass eine transparente Kommunikation mit den Bürgern der Stadt Elmshorn unabdingbar sei.

Nach einer Kaffeepause brachte uns Frau Simon das Thema „Migration – Interkulturelle Kompetenz – Schule“ in einem Vortrag näher. Sie betonte hierbei die Notwendigkeit für jeden und uns als Schulgemeinschaft, sich zunächst über eine Haltung gegenüber den neu Zugewanderten und die Frage der Integration vor dem Hintergrund unterschiedlicher Werte und Erfahrungen Gedanken zu machen. Sie betonte die Wichtigkeit einer wertschätzenden Haltung und verdeutlichte diese mit Beispielen aus Schulen, die mit kreativen Ideen die Integration verbessern. Sie stellte heraus, dass eine Entwicklung der Schule zu einer interkulturell kompetenten Schule eine Entwicklungsaufgabe sowohl für die Schulleitung als auch die Fachschaften und letztendlich alle an Schule Beteiligten sei. Dieser Vortrag sollte als eine erste Sensibilisierung dienen. Die Diskussion wird sicher auch in dem Migrationsausschuss, innerhalb der Schulleitung, der Schülervertretung, dem Schulelternbeirat und anderen Gremien weiter geführt werden.

Die Koch-AG unter der Leitung von Herrn Wichmann bot in der Mittagspause exzellente arabische Speisen an. Vielen Dank hierfür!

Anschließend konnte am Nachmittag in den Workshops zur durchgängigen Sprachbildung in allen Fächern und zum Umgang mit Vielfalt in der Schülerschaft mit Referentinnen und Referenten des IQSH, der Uni Kiel und des AWO-Landesverbandes Schleswig-Holstein auch praktisch gearbeitet werden. Der Hintergrund für diese Workshops ist, dass viele Schülerinnen und Schüler, die Deutsch als Zweitsprache lernen, auch sprachlich im Fachunterricht gefördert werden müssen und wir Lehrkräfte uns zum Beispiel bei der Planung von Unterricht bewusst machen müssen, welche sprachlichen „Stolperfallen“ zum Beispiel in Lehrbuchtexten auftauchen und wie wir diese im Vorfeld besser berücksichtigen können.

Ich bedanke mich bei Frau Grove und Frau Kirste für die tolle Unterstützung bei der Planung und Durchführung des Schulentwicklungstages.

Bartel-Schabram (Koordinatorin für schulinterne Lehrerfortbildung)

Bevorstehende Termine
Herbstferien 14. Okt 2017 - 29. Okt 2017
Schulentwicklungstag 30. Okt 2017
Reformationstag (Schulfrei) 31. Okt 2017
Pädagogische Konferenzen 2. Nov 2017 14:00 - 19:30 Bismarckschule
Pädagogische Konferenzen 9. Nov 2017 14:00 - 19:30 Bismarckschule