150 jähriges Jubiläum: Historische Zeitschriften als Geschenk für die Elmshorner Bismarckschule

Wenn der Bismarckschule im September 150 Jahre im Gemäuer stecken, dann soll zu diesem Jubiläum auch eine umfangreiche Festschrift präsentiert werden. Die ist noch in Arbeit. Doch schon jetzt bekam die Schulleitung von Elmshorner Historikern ein überraschendes Geschenk, das die Arbeit an der Festschrift maßgeblich unterstützt: Die digitalisierte Fassung der Zeitschrift „Morgenröte“ vom Anfang des vergangenen Jahrhunderts, und die „Jahrbücher für den Kreis Pinneberg“ vom 1917 bis 1922. An beiden Publikationen hatten Lehrkräfte der Bismarckschule maßgeblichen Anteil. Und es sollte nicht bei diesem Präsent bleiben.

Literarische Zeitschrift gegründet

Die Idee für die Schenkung hatten Rainer Adomat, Vorsitzender des Heimatverbundes für den Kreis Pinneberg und Karl-Heinz Kuhlemann vom Verein zur Förderung des Stadtarchivs Elmshorn. Adomat war bei der Recherche zur Biografie von Alfred Heuer – einem ehemaligen Lehrer an der Bismarckschule – auf zahlreiche Veröffentlichungen Heuers und anderer Lehrer der Bismarckschule in den alten Pinneberger Jahrbüchern gestoßen. In diesem Zusammenhang fand er auch heraus, dass der ehemaliger Abiturient der Schule, Richard Drews, mit 22 Jahren die literarische Zeitschrift „Die Morgenröte“gegründet und gleitet hatte. „Beide historischen Publikationen sind interessante Zeugnisse des geistigen Schaffens Elmshorner Intellektueller und sollten mehr Menschen zugänglich gemacht werden“, sagte Rainer Adomat, als er Schulleiter Peer-Olaf Reich den Speicherstick mit den digitalisierten Dokumenten überreichte. Die Jahrbücher sind der Heimatbewegung zuzurechnen, die in der Beschäftigung und Identifikation mit regionalen Denkmälern, Landschaft und Geschichte einen kulturellen Orientierungspunkt geben wollten. „Ohne das damalige Kollegium der Bismarckschule hätte es die Pinneberger Jahrbücher nicht gegeben“, fügte er hinzu.

Insbesondere Adolf Heuer war, so Adomat, ein besonderer Mensch und Wissenschaftler. Er pflegte engen Kontakt zu den Expressionisten Ernst Barlach und Emil Nolde und half Nolde 1939, sein Bilderwerk vor den Nazis zu sichern.

Drews machte sich später einen Namen als Schriftsteller. In Berlin lebend schrieb er unter anderem den satirischen Lyrikband „Nebengeräusche, der später von den Nazis verboten wurde.

Zehn Ausgaben sind erschienen

Von der „ Morgenröte“, mit dem Untertitel „Zeitschrift für kulturelle Erneuerung“ gab es zehn Ausgaben. Sie war eine kulturpolitisch ausgerichtete Publikation, die auf die intellektuelle Szene der jungen Weimarer Republik zielte. Die Jahrbücher fanden 1922 ein vorläufiges Ende und lebten nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Obhut des Heimatverbandes für den Kreis Pinneberg wieder auf.

Für Geschichtslehrerin Ute Liebermann waren diese Dokumente ein besonderes Geschenk. Sie arbeitet mit Schülern federführend an der Festschrift zum Schuljubiläum. Nun haben die Schüler, unabhängig von Archivöffnungszeiten die Möglichkeit, Material für die Festschrift zu recherchieren. Um den Schülern auch die jüngere Geschichte zugänglich zu machen, schenkte Karl-Heinz Kuhlmann den Bismarckern kurzentschlossen aus seinem Privatbesitz die Pinneberger Jahrbücher ab 1967 bis heute.

Quelle: https://www.shz.de/22952832 ©2019

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