Berlinfahrt des Q2-Jahrgangs

Die Fahrt nach Berlin begann am Montag (15.01.) und der ganze Jahrgang traf sich bereits um 6.15 Uhr am Bahnhof in Elmshorn, um pünktlich loszufahren. Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt, welche sofort zu den Bus-sen hasteten, um der Kälte zu entfliehen. Sobald die Lehrer sich sicher waren, dass alle Schüler an Bord waren, ging es auch schon los. Nach zwei Pausen und dem wahrscheinlich besten Umsatz-Tag eines McDonalds in 2018 endete die Fahrt ungefähr nach vier Stunden vor dem Reichstagsgebäude. Es war nicht gerade warm, aber immerhin schien die Son-ne, was das Warten auf die Sicherheitskontrolle deutlich angenehmer machte. Es ging zu wie am Flughafen (natürlich abgesehen vom BER) und jeder überlegte es sich bestimmt zweimal, ob er jetzt einen Scherz über versteckte Waffen machen soll. Ohne weitere Vorkommnisse befanden wir uns recht schnell im Gebäude und nach ein paar weiteren Minuten begann auch schon der Vortrag. Anders als vielleicht erwartet war dieser tatsächlich sehr unterhaltsam und der Redner verband Geschichtliches mit ein paar persönlichen Erfahrungen, wobei uns immer noch nicht klar ist, warum unser Schulname offensichtlich zwei unterschiedliche Schreibweisen hat. Er erzählte vor allem von dem geschichtlichen Hintergrund des Gebäu-des und Personen, welche eine große Rolle bei dessen Entstehung spielten. Es sollten zwei weitere Vorträge folgen, jedoch hatte eine Gruppe nur das Vergnügen, mit Herrn Abercron von der CDU zu reden, da Herr Neu krank war und seine Vertretung wohl nicht mit einer weiteren Gruppe rechnete. Herr Abercron gab sich wirklich Mühe, das Thema der Außenpolitik und vor allem die Bundeswehr gut zu erklären, was ihm auch größtenteils gelang, wobei man an manchen Stellen merkte, dass seine spezifischen Kenntnisse in einem anderen Fachbereich liegen. Trotzdem ging er auf die momentanen Probleme der Bundeswehr, insbesondere durch die pausierende Wehrpflicht, recht genau ein. Danach hatten wir noch etwas Zeit, um die Kuppel zu besichtigen und ein Gruppenfoto zu machen. Später fuhren wir zu unserem Hotel und nachdem alle ihr Zimmer gefunden hatten, zog es die meisten zum Ostbahnhof, um etwas zu essen.

Der nächste Tag begann für die Gruppen zu un-terschiedlichen Uhrzei-ten. Unsere Gruppe musste um 7:45 Uhr beim Frühstück erschei-nen und um 8:40 Uhr bereit für die Abfahrt sein. Um 10 Uhr erreich-ten wir die Zentrale des Einsatzführungskom-mandos in Potsdam. Dort begrüßte uns der leitende Pressesprecher und erklärte uns sowohl die Aufgaben dieses Zentrums als auch allgemeine Dinge über die Bundeswehr und deren Auslandseinsätze. Er ging auch auf die Rolle der Medien ein und die Probleme der Bundeswehr, die in den Berich-ten genannt werden. Dazu zählte die teils schlechte Qualität der Ausrüstung und der Mangel an Auszubildenden.

Es folgte ein Besuch im Wald der Erinnerung, um die Denkmäler der gefallenen Soldaten zu besuchen. Insgesamt starben seit dem Jahr 1992 107 Menschen. Zum einen wurde jeder Soldat auf Säulen genannt, welche den Weg zum Wald säumten. Im Wald befanden sich dann nochmal individuell gestaltete Denkmäler, welche in den Kriegsgebieten von den Kameraden gestaltet wurden. Die Art der 6 Führung war dem traurigen Thema angemessen und trotzdem sehr spannend gestaltet.

Nachdem wir alle Denkmäler besichtigt hatten, ging es weiter zum Mittagessen und von dort aus zum Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Auch dort wurden wie-der unsere Pässe kontrolliert. Der Vortrag begann mit dem Thema, wie wichtig wirtschaftliche Zusammenarbeit mit anderen Ländern ist und inwiefern Handelsbündnisse Vor- und Nachteile hervorrufen. Der Vortrag bezog sich jedoch vor allem auf ökologische Bereiche, wie beispielsweise die Kleiderproduktion in China und deren ökologische und soziale Folgen. Als mögliche Lösung wurde ein Bündnis geschaffen, welches bessere Arbeitsbedingungen gewährleisten soll.

Des Weiteren ging es um Haiti und dessen Probleme durch die geschwächte Wirtschaft, welche größtenteils durch Umweltkatastrophen gehemmt wird. Es wurden mehrere Projekte gestartet und von der anwesenden Entwicklungshelferin unterstützt, die den Bewohnern ein besseres Verständnis für die Natur und deren Schutz verschaffen. Dadurch sollte sowohl die Rodung der Wälder als auch die Wasserverschmutzung verringert werden. Jedoch wurde auch kritisiert, dass es schwierig ist, die Politik komplett mit einzubeziehen und in nur zwei Jahren eine nachhaltige Änderung zu erreichen. Trotzdem waren sowohl die Bilder als auch der Vortrag eindrucksvoll und leicht verständlich. Nach dem Vortrag fuhren wir zurück in unser Hotel, um uns etwas zu erholen.

Am Dienstagabend (16.01) konnte eine kleine-re Gruppe das Bundeskanzleramt in der Willy-Brandt-Straße 1, 10557 Berlin besuchen. Wir trafen uns um 18:15 Uhr vor dem Reichstagsgebäude, welches wir am Montag bereits besucht hatten, und gingen gemeinsam zu den Sicherheitskontrollen des Bundeskanzleramtes. Vor Ort mussten wir jedoch noch bis 19:00 Uhr warten, da wir das Gebäude vor unserem festgelegten Termin nicht betreten durften. Der Regen und die Kälte machten die Warte-zeit etwas ungemütlich. Als wir hineingeführt wurden, mussten wir, wie gewohnt von den anderen staatlichen Instituten, durch eine Kontrolle, welche sich ebenso wie ein Check-In an einem Flughafen gestaltete.

Zu Beginn der Führung schauten wir uns einen 14-minütigen Film an, der uns über das Gebäude informierte und über einige Räumlichkeiten aufklärte. Dazu gehörte z.B. auch das Büro von Frau Angela Merkel. Diesen Raum durften wir bei der Führung nicht einsehen. Die Bundeskanzlerin betont besonders die Größe ihres Büros und stellt speziell die Schachfiguren aus Holz in den Vordergrund, die sie von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V. geschenkt bekam. Zum Amtsantritt gab es eine Dame und im weiteren Verlauf zusätzlich noch zwei Bauern und einen König.

Im Anschluss an den Film besuchten wir weitere Räume des Bundeskanzleramtes. In der Kanzlergalerie sahen wir alle sieben Portraits der ehemaligen Bundeskanzler von Konrad Adenauer über Helmut Schmidt bis hin zu Gerhard Schröder. Es handelt sich um eine Tradition, welche von Beginn an verfolgt wird. Jeder ehemalige Bundeskanzler lässt ein Portrait von sich malen, um es im Bundeskanzler-amt aufhängen zu lassen.

Ebenfalls haben wir uns den Pressebereich angesehen. Es fiel uns auf, dass in jeder Räumlichkeit sowohl die deutsche als auch die europäische Flagge aufgestellt war. Über den Pressebereich gelangt man in den Internationalen Konferenzraum mit bis zu sieben Dolmetscherboxen. Jeder Anwesende soll das Gespräch in seiner Muttersprache nachvollziehen können.

Die Bundesregierung, bestehend aus Bundeskanzlerin und Bundesministern und –ministerinnen, bildet das Bundeskabinett, welches sich im 6. Stock des Bundeskanzleramts jeden Mittwoch um 9 Uhr zu einer Besprechung trifft.

Auffällig ist, dass das Gebäude mit viel Kunst bestückt ist, die nicht wahllos aufgestellt worden ist, sondern die Demokratie und deren Grundsätze widerspiegeln soll.

Insgesamt handelt es sich um ein sehr imposantes Gebäude. Der Bau des soll 260 Millionen Euro gekostet haben und ist sehr königlich gestaltet.

Insgesamt empfand ich die Führung als sehr interessant. Die Räumlichkeiten waren sehr sehenswert. Weitere neue Informationen über Regierungsabläufe haben wir jedoch nicht 7 erhalten, da wir das Thema zuvor bereits ausführlich im Unterricht behandelt hatten. Dies spricht grundsätzlich jedoch nicht gegen die Qualität der durchgeführten Führung, da die Informationen, die geliefert werden, sehr wissenswert sind.

Am Mittwoch (17.01.), unserem letzten Tag in Berlin, besuchte meine Gruppe das Auswärtige Amt am Werderscher Markt 1, 10117 Berlin. Es handelte sich um einen Vortrag über die Globalisierung und die Verantwortung von Deutschland im Hinblick auf die Probleme der Globalisierung. Zu Beginn sollten wir einen Film bewerten, der die Problematiken kurz und einfach und verständlich schildert. Die meisten Schüler fanden den Film als Einstieg in die Thematik hilfreich. Gerade die vereinfachte Form mit kleinen Zeichnungen ermöglichte das schnelle Verstehen, ohne aufwendige Statistiken interpretieren zu müssen. Jedoch wurde auch festgestellt, dass trotz der einfachen Gestaltung ein paar wenige weitere Stichworte angebracht wären, um das Verständnis dar-über hinaus zu steigern.

Darauf folgend gab es eine weitere Abstimmung, ob Deutschland eine Verantwortung für die Globalisierung trägt. Diese Frage beantwortete das Plenum ganz klar mit „Ja“. Die Globalisierung bringt insbesondere für ein so wirtschaftsstarkes Land wie Deutschland viele Vorteile. Des Weiteren stimmten wir auch darüber ab, ob militärische Einsätze seitens Deutschlands im Ausland zu unterstützen sind. Hier gab es unterschiedliche Meinungen aufgrund von verschiedenen Vorfällen. Als Fallbeispiel haben wir uns Syrien angeschaut und wie Deutschland sich dort verhalten hat. (Wir haben humanitäre Hilfe geleistet und Beobachter in das Land geschickt, um die Krise im Blick zu haben .)

Zum Schluss ging es um die Rolle der EU. Es ging also um die Frage: „Ist die EU sinnvoll?“ Hier sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass die EU auf jeden Fall eine Zukunft hat und dass wir auf sie angewiesen sind.

Im weiteren Verlauf sind wir dann in die Bernauer Straße gefahren und haben dort eine Führung zur Ausstellung der Berliner Mauer und die Geschichte dazu erhalten.

Zunächst haben wir reflektiert, was wir bereits über die Berliner Mauer wissen und wo wir noch Mauerabschnitte sehen können. Ein sehr bekanntes Überbleibsel der Berliner Mauer ist die East Side Gallery. Unter anderem haben wir uns das letzte erhaltene Stück Grenzstreifen angeschaut, die Dimensionen von der bekannten Berliner Mauer, die Hinterland-mauern und den Stacheldrahtzaun. Außerdem haben wir erfahren, dass die Berliner Mauer heute die 3. Generation und ein physikalisch exakt berechnetes Gemäuer darstellt. Die Rundung am oberen Teil der Mauer ist so groß, dass kein Anker, welcher zur Flucht verhelfen könnte, daran halten kann. Außerdem hat die Mauer eine Höhe, welche zu zweit nicht überwindbar ist, sodass man mindestens drei Personen benötigen würde.

Ebenfalls sehr bewegend war das Fenster des Gedenkens, indem alle bekannten Todesopfer der Berliner Mauer aufgelistet und mit Bild verewigt sind. Für unentdeckte Todesfälle dieser Zeit wurde Raum gelassen. Danach machten wir uns gegen 14:00 Uhr auf den Rückweg und waren um 19:00 Uhr zurück in Elmshorn.

Julia A. und Chantal G., Q2f

Bevorstehende Termine
Mündl. Abitur (unterrichtsfrei für Klassen 5 bis 9) 18. Jun 2018 - 20. Jun 2018
Entlassungsfeier für unsere Abiturienten 29. Jun 2018 16:00 Saalbau
Nach der 3. Stunde Beginn der Sommerferien 6. Jul 2018 00:00