Nach langer Coronapause konnten wir, das WiPo-Profil, am 20. und 21.06.2022 die politische Bildungsstätte Haus Rissen in Hamburg besuchen. Haus Rissen ist ein angesehenes Institut für internationale Politik und Wirtschaft, welches auch für die politische Weiterbildung von jungen Menschen da ist.

Nach einem kurzen Brainstorming zum Thema Nachhaltigkeit starteten wir mit einer Gruppenarbeit. Dafür haben wir zunächst die Nachhaltigkeitsstrategien von Big Playern wie Coca Cola, aber auch vom Kleinunternehmen Fairphone analysiert und besprochen. Während Coca Cola über 108 Milliarden Plastikflaschen pro Jahr produziert und kaum Beiträge zur Umwelt leistet, produziert Fairphone nachhaltige Handys, bei denen die einzelnen Komponenten immer wieder ausgetauscht werden können. Nach einer stärkenden Mittagspause simulierten wir einen Koalitionsvertrag in Sachen Klimaziele in unterschiedlichen Bündnissen wie der Groko oder Rot-Rot-Grün. Dabei kam es in einzelnen Gruppen zu fernsehreifen Debatten, in denen die Parteien so verbissen wie im echten Leben miteinander stritten, bis der Vertrag letztendlich stand. Es entstanden Koalitionsverträge, die unterschiedlicher nicht sein könnten!

Magnizien und Divistan gegen den Rest der Welt!

Wie fühlt es sich an, in die Rolle von Regierungschefs zu schlüpfen, und wie viel Spaß macht es eigentlich, Geld zu zählen? Wir können es beantworten, sehr genau sogar! Als Regierungschefs von imaginären Ländern sollten wir unsere Interessen vertreten und uns gegen andere behaupten. Fakten zu Entwicklungsständen und Wirtschaftsmacht mussten dabei berücksichtigt werden. Schnell stellte sich heraus, dass sich Eigeninteressen und die Stärkung der EIGENEN Wirtschaftder Zusammenarbeit mit anderen Ländern, gegenüberstanden. Das ursprüngliche Ziel war es eigentlich, konkrete Maßnahmen gegen den Klimawandel zu beschließen, aber bereits nach Minuten bildeten sich Lager. Vor allem die Geberländer Magnizien und Divestan hatten ähnliche Interessen und standen so den anderen Ländern gegenüber. Hitzige Debatten waren damit vorprogrammiert. Werden die Entwicklungsländer sich gegen die Wirtschaftsmächte behaupten können? Wird ein armes Land einknicken und die anderen verraten? Die Situation spitzte sich zu, als Desertis, ein ölreiches Land, den Export einstellte. Schließlich landeten wir nach vielen lebendigen Debatten in Szenario Gelb, so semi-cool. Wir verfehlten ein 1,5-Grad Ziel um Weiten, landeten um 2 Grad herum. Am Ende gaben sich die reichsten Länder sogar noch spendabel und solidarisch, schmissen wortwörtlich mit Geldscheinen herum, um doch noch in letzter Minute eine große Katastrophe zu verhindern. Allerdings vergebens, aus dem Szenario Gelb kamen wir nicht mehr heraus. Was wir als Gruppe für Rückschlüsse daraus ziehen: Handeln muss man, undwenn, dann jetzt und überzeugt. Halbes ist nichts Ganzes. Insgesamt ein gelungener Abschluss für zwei informative Tage. An dieser Stelle wollen wir uns für die Möglichkeit und das Engagement bedanken. Auf der Website des Haus Rissen findet sich ebenfalls ein kurzer Artikel.

#Zusammensindwirstark