Mit alten Flaschen Geld verdienen

Mit innovativen Ideen und einer cleveren Unternehmensführung wollen diese Schüler der elmshorner Bismarckschule ihr Projekt „Geflascht“ erfolgreich machen

Elmshorn. Zu einer nicht alltäglichen Zusammenkunft kam es im „Gesellschaftlichen Raum“ der Elmshorner Bismarckschule, denn dort fand die erste Hauptversammlung des Junior-Unternehmens „Geflascht“ statt, in deren Verlauf es darum ging, den bisherigen Anteilsscheininhabern den Betrieb und seine Zielsetzungen genauer vorzustellen. Und so erläuterten die beiden Vorsitzenden Manuel Schäfer und Moritz Manthey den Anwesenden unter anderem die aktuelle wirtschaftliche Lage und Auftragssituation des Unternehmens, stellten die einzelnen Abteilungen sowie Ziele und Pläne für das laufende Projektjahr vor. Und genau das ist auch der Kern der Sache, denn bei „Geflascht“ handelt es sich um ein Schülerprojekt an dem Gymnasium, das im Oktober 2018 gestartet wurde und im Juni 2019 aufgelöst werden soll.

Mehrere interessierte Schüler des 11. Jahrgangs kamen dabei zusammen, um mit einer viel versprechenden Geschäftsidee ein Unternehmen zu starten, das in der Folgezeit genauso aufgebaut und geführt werden sollte wie in der realen Wirtschaft. In der Gründungsphase einigten sich die Teilnehmer auf den Ideenvorschlag, aus alten Glasflaschen praktische wie auch dekorative Produkte herzustellen – dabei handelt es sich um Gläser, Flaschenlichter und einen überaus innovativen Gewürzstreuer. Nach der Findungsphase, in der das Team auf insgesamt 13 Teilnehmer kam und der Name „Geflascht“ den Zuschlag erhielt,
wurden die Strukturen des Unternehmens festgelegt. „Die Abteilungen Produktion, Marketing/Vertrieb und Buchhaltung nahmen anschließend ihre Tätigkeiten auf“, erklärt der Vorsitzende Manuel Schäfer. Seither kommen die Schüler einmal wöchentlich zusammen, um die jeweils akuten Belange der Firma zu besprechen und zu regeln. Als Rohstofflieferant konnte die Elmshorner Gaststätte „Casablanca“ gewonnen werden, die das Unternehmen mit alten ausrangierten, aber für die Produktion geeigneten Flaschen versorgt.

„Diese werden in der Werkstatt des Jugendhauses am Krückaupark bearbeitet. Dort ist auch unser Lager“, so Schäfer. Dreimal in der Woche kann dort zwischen 15 und 21 Uhr gearbeitet werden – der Stundenlohn beträgt 50 Cent. Zu den Tätigkeiten gehören das Reinigen und Zurechtschneiden der Flaschen sowie ergänzende Holz- und andere Arbeiten. „Um möglichst zeitsparend produzieren zu können, haben wir einen eigenen Flaschenschneider entwickelt“, betont Moritz Manthey. Verkauft wurden die Produkte bisher unter anderem auf dem Elmshorner Lichtermarkt. Aber auch in einzelnen Geschäften sollen die Artikel zeitnah veräußert werden. Finanziert wird „Geflascht“ aber nicht allein durch den Verkauf der Produkte, sondern auch über die Abgabe von Anteilsscheinen, die jeweils für zehn Euro erhältlich sind. „Von insgesamt 90 Stück sind bisher 30 abgegeben worden“, erklärt Schäfer – unter anderem an Eltern und Freunde der Schüler.

Und diese Investition kann sich lohnen, denn der Gesamterlös soll am Ende der Projektzeit auf die Anteilsscheininhaber verteilt werden – abzüglich der Steuern versteht sich. Diese gehen an das Institut Junior in Köln, das die Junior-Schülerfirmenprogramme, zu dem auch das Elmshorner Projekt „Geflascht“ gehört, seit 24 Jahren anbietet. „Damit werden andere Schülerunternehmen, die in finanzielle Schieflage gerieten, unterstützt“, ergänzt Schäfer. Der gesamte Verlauf des Projekts werde übrigens umfassend dokumentiert, denn die Umsetzung der Elmshorner Geschäftsidee soll im Rahmen eines landesweiten Wettbewerbs am 20. April in Kiel bewertet werden. Es winken Preise sowie die Teilnahme an weiteren Wettbewerben in Deutschland und Europa – auch noch nach der Auflösung des Unternehmens im Juni. Im Internet finden Interessierte das Elmshorner Schülerunternehmen.

www.Geflaschtofficial.de

Von Ulf Marek

Dieser Artikel erschien am 04.02.19 in den Elmshorner Nachrichten

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