Sprachprofil on tour

Sprachprofil on tour: Mitten im Grünen und doch in der Großstadt

Flughafen Hamburg, Montagmorgen, 9 Uhr: Dank dieser moderaten Uhrzeit stehen wir, das Sprachprofil Q2a, bestehend aus elf Mädchen und Quotenmann Maxi in Begleitung von Frau Hildebrandt und Frau Jenschewski gut gelaunt in der Halle des Flughafens, mehr oder weniger bereit zum Antritt der Reise zur ausgewählten Destination Dublin, Irland. 

Bevor es wirklich losgehen kann, müssen noch einige Umpack-Aktionen bedingt durch Koffer-Übergewicht vorgenommen werden. Schon bald geht es dann wirklich los. Starten. Fliegen. Landen. Und dann sind wir da – jedenfalls fast, denn trotz des vorgenommenen Sparkurses schlafen wir nicht auf dem Flughafen. Ein Bus bringt uns zu unserem Hostel in der Dubliner Innenstadt. Wir checken ein. Der kurze Anflug von panischer Hysterie als wir die schiffskojen-ähnlichen Zimmer betreten, weicht schon bald dem Gefühl von Belustigung. Es wird debattiert, ob man hinsichtlich der eingeschränkten Lagerfläche (Offenbar waren beim Bau des Hostels keine Schränke vorgesehen) sein Bett nicht einfach mit dem Koffer teilen könne und so mancher Hygiene-Fanatiker entschließt sich zu einem spontanen Putzmittel-Kauf im nahegelegenen Supermarkt – die Not macht eben doch erfinderisch. 

Nichtsdestotrotz machen wir uns wenigst später frohen Mutes auf, um uns von Nebenberuf-Reiseführerin Frau Jenschewski die Stadt zeigen zu lassen. Wenn ein Land es mit seinen Nationalfarben ernst meint, so ist es wohl Irland. Es scheint als fände „Dasselbe in grün“ hier seinen Ursprung – von Briefkästen über Hinweisschilder bis hin zu Mülleimern, alle samt sind sie grün. Nach einem gemeinsamen Abendessen und einem abendlichen Spaziergang gehen alle ins Bett. Am nächsten Morgen trifft sich die Klasse zum Frühstück im Keller, dort befindet sich der Speisesaal. Das Frühstück scheint sich an dem aufkommenden Trend des Minimalismus zu orientieren: Es gibt Toast und Marmelade, wahlweise Cornflakes und einige Mutige probieren den Filterkaffee. 

Jeden Tag detailliert zu beschreiben würde an dieser Stelle wohl zu weit führen, darum folgend nun eine grobe Aufzählung einiger Aktivitäten: Eine professionelle Führung durch Dublin, eine Tour durch das Trinity-College mitsamt Harry Potter Bibliothek und das Auswanderermuseum „EPIC“, das sich durch seine Modernität entgegen zunächst getätigten Annahmen als Highlight der Fahrt herausstellt. Außerdem die Besichtigung des Kilmainham-Gefängnis, in welchem einige irische Berühmtheiten ihren Strafvollzug antraten, die Besichtigung zweier Kirchen beziehungsweise Kathedralen und einer Ausfahrt nach Howth (eine Halbinsel nahe Dublin), für viele von uns ebenfalls ein Highlight, da die dort vorgenommene Wanderung durch die Natur ein gelungene Abwechslung ist, und vieles mehr. 

Wenn wir nicht im Pub essen, greifen wir häufiger auf den „Meal-Deal“ diverser Supermarkt-Ketten zurück und auch eine gewisse Fastfood-Kette mit goldener Möwe wird das ein oder andere Mal frequentiert. Ein geplantes Picknick im Park muss leider aufgrund massiver Sicherheitsbedenken durch zum Töten bereite Tauben und andere Flugobjekte in den Speisesaal des Hostels verschoben werden. Am Freitag, als wir im Pub inklusive Live-Musik Essen gehen, heißt es dann zum letzten Mal „sláinte“ (Prost!) und wie wir da so anstoßen mit unseren Softgetränken, wird dem ein oder anderen klar, dass das Einzige, was wir nicht ausprobiert haben, wohl das irische Guinness ist.

Durch fachkundige Unterstützung der Lehrkräfte werden, angekommen im Hostel, die Koffer gepackt, sodass sogar der größte „Shopperholic“ keines seiner neu erworbenen Schätze auf der grünen Insel zurück lassen muss. 

Und dann ist Samstag – Abflug – im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Shuttle bringt uns zum Flughafen, alle sind noch etwas müde und schweigsam, was der Busfahrer lediglich mit einem „Wirklich interessante Konversationen!“ kommentiert. Nach dem Ryan Air Self-Checkin heißt es wieder: Starten. Fliegen. Landen. Und dann sind wir wieder da, zuhause, und alles, was bleibt, ist nicht nur ein kleines Ansteck-Kleeblatt in grün, sondern schöne und lustige Erinnerungen an eine unvergessliche Studienfahrt mit vielen tollen Aktivitäten.

Mori Pricker